Tut einer eine Reise nach Apulien so hat er - wählt man als Reisemittel das Auto - erstmal eine lange Nacht vor sich. 14 Stunden Autobahn gilt es irgendwie zu bewälten. Halbmunter oder Halbschlafend - hauptsache man hält durch und der Fahrer ist in ersterer Gruppe.

Mangels früherer Abreisemöglichkeiten wurde es Freitag nachmittag - glücklicherweise brauchten wir nur 1,5 Stunden nach Wr. Neustadt. Nach uns gab es natürlich einen Unfall und es ging gar nichts mehr. Da nimmt man die 3-fache Fahrzeit für 50km ja gerne in Kauf. Der Plan ging also insofern mal auf. Bleiben 4 Stunden zum vertrödeln auf der Strecke um nicht um 4 Uhr morgens anzukommen. Und auch das schafften wir, nach knapp 1300km Strecke, 14 Stunden Fahrzeit sowie 3 Stunden Pausenzeit kamen wir gegen 7 Uhr in Manfredino an.

Hier ist auch die Werft in welcher unser Boot zur Reperatur liegt, jedoch sperrt die Werft erst wieder Montags auf. Manfredino “Manfred’s Stadt” selbst liegt im Golf von Manfredo, einer Seichten Bucht welche sich von Vieste im Norden nach Bari im Süden zieht. Mehr dazu in einem Folgepost.

Hotels findet man hier kaum, Tourist Info ist auch nicht zu finden… also ab, den Schildern zu einem Hotel gefolgt und Glück gehabt - Zimmer, Preise - alles im Rahmen. (Vom Frühstück reden wir mal lieber nicht, aber damit haben’s die Italiener ja ohnehin nicht so. Der Espresso ist aber billigst und äußerst gut.)

Erstmal geht es aber die Zimmer anschauen, dann wird noch einiges auf italienisch erklärt was wir ohnehin nicht verstehen. Nur wie sollten wir ihnen verklickern das wir eigentlich nur duschen und schlafen wollen? Nachdem wir diese Geduld auch noch aufgebracht hatten ging es endlich zur wohlverdienten Dusche und einem kurzen Frühstück. Anschließend knapp 5 Stunden schlaf und die Strapazen der letzten Nacht waren vergessen noch immer vorhanden.

Ab hinunter vor den Hoteleingang auf die schattige Terasse, ein paar geschmolzene Übrigbleibsel vom Reiseproviant und ein paar Liter kühlendes Aqua verbrauchend beobachten wir die Ankunft einer Hochzeitsgruppe - knapp 200 Leute marschieren hier auf - und beginnen im Festsaal unseres Hotels zu feiern.

Trotz der Nachwirkungen der durchfahrenen Nacht beschließen wir ein wenig Sight-Seeing zu betreiben und in den Nationalpark Gargano, auf den Monte S. Angelo zu fahren.

Am Sonntag geht es dann Richtung Bari, um Montags schließlich in die Werft zu kommen. Allerdings ist es etwas zu windig um das Boot zu wassern. Also bauen wir dieses in der Halle erstmal zusammen. Die Werftmitarbeiter bringen es dann hinaus um es zu putzen und wir vereinbaren einen Treffpunkt für den nächsten Tag.

Damit geht es am Montag mal weiter bis Vieste, Appartment beim Eigner der Marina mieten. 140€ für eine Woche ist ja nicht zu teuer, das ganze auch noch einsam am Hügel über einem Strand gelegen ist auch nicht so schlecht. Wobei es noch etwas wild aussieht - anscheinend beginnt die Saison erst im Laufe der nächsten Wochen. Neben den Apartments welche in einem Olivenhain gelegen sind befinden sich noch die Überreste eines Lokales. Früher war es mal eine Pizzaria, später soll es eine Discothek gewesen sein. Betrachtet man die farblosen, von der Sonne ausgebleichten Tafeln und schenkt dem Namen “Regine” glauben so war das wohl mal ein anderes Etablissement. Seis drum. Die Unterkunft ist trotzdem nicht zu verachten. Und es ist Zeit die Hängematte auszupacken und nach langer Zeit wieder mal ein Buch zu lesen. Leider wird es gegen Abend etwas windig und damit auch wieder kalt.

Am nächsten Tag geht es dann wieder zurück über die kurvige Straße nach Manfredino. In der Werft angekommen sehen wir das Boot bereits von weiten im Freien stehen. Allerdings hat auch heute der Wind aufgefrischt und an eine Wasserung ist nicht zu denken. Daher beklettern wir das Boot eben im trockenen und der dringende Frühjahrsputz dauert dann mal so 3 Stunden.

Nachdem uns Manfredino noch zu gut in Erinnerung ist geht es nach erledigter Putzarbeit wieder zurück nach Vieste. Ein gemütlicher Nachmittag beim Apartment - richtig - in der Hängematte - folgt. Dann noch rasch in den Ort & einkaufen und die AntiPasti für das Abendessen ist gesichert.

Am Mittwoch war es dann endlich soweit, erneut wurde die kurvenreiche Strecke in die Werft überwunden, die Wetterprognose hat gehalten was vesprochen wurde und das Boot wurde endlich gewassert. Nach einer kleinen Probefahrt mit dem Mechaniker nahm der Wind aber auch schon wieder zu und wir verstschüssten uns in den Hafen von Manfredino. Eine schlaflose & unruhige Nacht am Fischereipier folgte, wollte uns doch die Lega Navalle nicht erlauben ihren Steg zu benutzen.

Wecker um vier Uhr morgens, Abreise um 5 und Ankunft in der Marina in Vieste gegen 0930 war am nächsten Tag mal angesagt. Nach verdienter Dusche, Kaffee und Dolce war dann erstmal ein längeres Nachmittagsschläfchen angesagt. Auch der nächste Tag viel für heimatliche Verhältnisse viel zu faul aus - aber hey, wir sind ja auf Urlaub.

Der restliche Urlaub gestaltete sich ähnlich gemütlich, endlich war mal Zeit wieder das eine oder andere Buch zu lesen. Aufgrund des immer wieder schlechten und labilen Wetters sowie des hohen Seegangs ging es noch auf einen Ausflug Richtung Gargano und zu den beiden Brackwasserseen im Norden des Parks.

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