Manfredino “Manfred’s Stadt” selbst liegt im Golf von Manfredo, einer Seichten Bucht welche sich von Vieste im Norden nach Bari im Süden zieht. 1256 vom letzten Stauferkönig als neue Heimat der Erdbebenflüchtlinge von Siponto gegründet. Neben dem Kastel gibt es noch eine barocke Kathedrale datiert auf 1680. Früher eine Industriestadt mit entsprechend verpesteter Luft sind noch viele verfallene Industrieanlagen erkennbar. Anfang der 90er wurde die Industriezeit aber beendet und man… naja, gute Frage. Heute haben wir eigentlich eine Stadt mit knapp 15.000 Einwohnern welche außer einem kleinen historischen Kern und einer Festung am Meer nach wie vor den Charme einer Industriestadt bietet.

Wie im Süden üblich ist hier morgens nichts los. Alle Gehsteige sind hinaufgeklappt und wenn man 10 Menschen in einer Straße begegnet hat man schon Glück. Einzig die Promenade ist von Joggern übersäht. Die Millionen an EU-Förderungen für die Erhaltung der alten Gebäude findet man vor allem in Steinstrassen und Marmor-Gehsteigen wieder. Abseits der (noch leeren) Einkaufsstrasse und des relativ kleinen alten Kerns findet sich aber eher eine Industriestadt mit schäbigen Wohnsilos wieder.
Hotels findet man hier ebenfalls nicht zu viele, Tourist Info ist auch nicht zu finden… also ab, den Schildern zu einem Hotel gefolgt und Glück gehabt - Zimmer, Preise - alles im Rahmen. (Vom Frühstück reden wir mal lieber nicht, aber damit haben’s die Italiener ja ohnehin nicht so. Der Espresso ist aber billigst und äußerst gut.)
Erstmal geht es aber die Zimmer anschauen, dann wird noch einiges auf italienisch erklärt was wir ohnehin nicht verstehen. Nur wie sollten wir ihnen verklickern das wir eigentlich nur duschen und schlafen wollen? Nachdem wir diese Geduld auch noch aufgebracht hatten ging es endlich zur wohlverdienten Dusche und einem kurzen Frühstück. Anschließend knapp 5 Stunden schlaf und die Strapazen der letzten Nacht waren vergessen noch immer vorhanden.
Ab hinunter vor den Hoteleingang auf die schattige Terasse, ein paar geschmolzene Übrigbleibsel vom Reiseproviant und ein paar Liter kühlendes Aqua verspeisend beobachten wir die Ankunft einer Hochzeitsgruppe - knapp 200 Leute marschieren hier auf - und beginnen im Festsaal unseres Hotels zu feiern.
Trotz der Nachwirkungen der durchfahrenen Nacht beschließen wir ein wenig Sight-Seeing zu betreiben und in den Nationalpark Gargano, auf den Monte S. Angelo zu fahren.

Hier liegt eine Stadt knapp 950 über dem Meere mit 15.000 Einwohnern. Im Randbereich der Stadt sind die zahlreichen Bauprojekte zu besichtigen, aufgrund des fehlenden Interresses wendeten wir uns aber dem alten historischen Teil zu. Eigentlich besteht dieser aus kleinen, an, in und übereinander gebauten Steinhäusern welche durch enge Wege und zahlreiche Stiegen miteinander verbunden sind. Dies tut aber dem Autoverkehr nicht ab und wir lernen warum es in dieser Gegend viele kleine Autos gibt. Enge Gassen - enge Autos. Nutella gibts im 3 Kilo Glas, eher zu empfehlen sind aber die ??? - kandierte Mandeln umschlossen von 2 Hostien. Auch interresante Werkzeuge findet man hier - den Nudelwalker so wie er im Sinne des Erfinders war - mit vielen Unterteilungen um rasch viele Nudeln fertigen zu können.

Interresant auch das die Dachziegel hierorts mit Steinen beschwert werden, anscheinend weht hier des öfteren ein stärkerer Wind.
Unser Rundgang wird besiegelt mit einer Jause - lokales Weissbrot (wird hier anscheinend mit etwas Germ versetzt), mit Mortadella und Käse sind schnell in einem Alimentari Shop ausgefasst.

Nach ein paar Metern findet sich auch schon ein Tisch unter ein paar Bäumen, der Ausblick auf die Bucht von Manfredonia ist von hier aus sichergestellt - ebenso wie die Versorgung mit Rotwein von dem nahen Snack-stand. Alkoholschanklizenz scheint es keine zu geben, schließlich ist dieser gut versteckt, nach ein paar Blicken rundherum wird dieser aber unter der Bar ausgegraben.

Beschwert durch den Rotwein geht es anschließend die kurvenreiche Strecke zurück nach Manfredonia wo erstmal ein kleines Nickerchen angesagt ist. Die Hochzeit ist auch noch in vollem Gange, die Musik kaum zu überhören. Schielt man in den Festsaal so sieht man eine familäre Feier mit Musik, Tanz und vielen lachenden Gesichtern.
Abends folgt noch ein Spaziergang durch Manfredino, gut 2 Stunden - dem Meer entlang ins Zentrum, dort eine Gelateria aufsuchend, die überfüllte Einkaufsstrasse hinunter um schließlich vor der Festung sitzend ein Bier mit Popcorn und Oliven zu geniesen. Nebenan ein stundenlanger Verkehrsstau auf der Promenade, viele Mofas und viel mehr Kinder. Was die jugendlichen wenn Sie sich hinter die Büsche verziehen wohl machen? So genau wollten wir es dann doch nicht wissen, waren wir doch schon zu müde um uns dies auch nur im entferntesten Sinne vorzustellen…

