Wer kennt es nicht? Das “Du” in Firmen - bei der Anstellung wird einem gesagt das ist bei uns so üblich

Das sog. Duzen ist seit je her ein schwieriges Thema - eine Frage des Anstandes & Respekts, der sozialen Stellung… aber dennoch ist die Regel welche Anrede wann zu verwenden ist ständig im Wandel.

Gerade im Firmenumfeld unterstelle ich der Firmenpolitik des Duzen’s den Versuch die Identifikation der Mitarbeiter mit der Firma erhöhen zu wollen. Es gibt aber immer wieder schwarze Schafe welche beim förmlicheren Sie bleiben. Gerade mit diesen Personen finde ich lässt es sich aber oft besser zusammen arbeiten als wenn die gleiche Person geduzt würde. Kommt das daher das man sich indirekt mehr Respekt zugesteht und daher automatisch der Druck gute Arbeit zu liefern, oder Termine einzuhalten, höher ist als wie wenn man per Du ist. Nicht das man im Du-Firmenumfeld die Du-Person weniger respektiert oder besser kennen würde, dennoch stellt sich ein anderer Umgang ein.

Kommt man in ein neues Unternehmen, so ist das Du ohnehin eine eigenartige Sache. Da wird man von fremden Personen welche man alleine schon aufgrund erzieherisch & gesellschaftlich geprägter Gewohnheit Siezt, die man noch zuvor getroffen hat, welche man beim ersten Kontakt am Telefon selbstverständlich Siezt, plötzlich mit Du und mit dem Vornamen angesprochen (Intranet & Email gilt oft der zweifelhafte Dank des Wissens über den Vornamen). Und das auch ohne ein kurzes “Bei uns Duzen sich alle, ich bin der/die …”.

Nein, das Du an sich empört mich nicht. Ob die gewünschte Wirkung erziehlt wird und sich die Mitarbeiter mehr mit dem guten Unternehmen (welches natürlich immer nur das Beste für jeden Mitarbeiter will) identifizieren stelle ich aber in Frage. Mich persönlich kotzt diese Einstellung eigentlich an und ich Falle nicht auf diesen schäbigen Trick herein.

Dennoch wird das Spiel mitgespielt denn es senkt den Respekt vor den Mitarbeitern und vor dem Unternehmen, damit lässt sich die ganze Arbeit lockerer betrachten und man kann sich mehr den für sich selbst wichtigen Personen zuwenden - sei es im Privat- oder im Firmenleben.

(An dieser Stelle ein Lesetipp: Dilbert sollte ja schon jedem bekannt sein, Von der Entdeckung der Faulheit sollte man auch nicht verpassen)

Gespannt bin ich ob sich nicht bald ein neuer Trend entwickelt, die Umkehr der Bedeutung von Du & Sie.

Personen an denen einem mehr liegt, die wichtigere Rollen im eigenen Leben einnehmen, sollten auch entsprechend mehr beachtet und respektiert werden. Was widerum durch die übermäßige Abnutzung des Du immer weniger ausgedrückt wird. Siezen wir in 20 Jahren unsere besten Freunde? Oder kommt doch noch eine Trendwende? Wird uns am Ende Ikea Siezen?

2 Responses to “SIE sagen DU”

  1. Andi says:

    Interessantes Thema….darüber hab ich auch schon oft nachgedacht, gerade im Hinblick darau, dass ich meinen Chef duze und ich mir oft überlegt habe, dass es mir angenehmer wäre, wenn wir per Sie wären - es stellt sich dann nicht so dieses trügerische \”Freundschafts-Gefühl\” ein, dass darüber hinweg täuschen soll, dass man in der Hackn ist und trotz \”leiwandem Umgang\” mit Kollegen und Chef TROTZDEM Dinge machen muß, die einem nicht so taugen und eben JOB sind und NICHT ins Privatleben gehören….

  2. Uli says:

    Na ja, es kommt halt darauf an - Größe des Unternehmens, Branche, etc.
    Mir war das “geduze” anfangs auch nicht so recht, doch so im Nachhinein
    kann ich sagen, daß es bei uns gut funktioniert.
    Mir gefällt das ganz gut so.

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